Die Arbeit der UdVA

Die gesellschaftliche Beheimatung von Aussiedlern und Spätaussiedlern gehört zu den Kernaufgaben der UdVA. Wir setzen uns dafür ein, dass ihre besonderen Erfahrungen und Bedürfnisse in der Politik angemessen berücksichtigt werden und sie ihre Fähigkeiten und Qualifikationen in Deutschland einbringen können.

Dazu gehören gute Voraussetzungen für die sprachliche, berufliche und gesellschaftliche Eingliederung, die Anerkennung ausländischer Bildungs- und Berufsabschlüsse sowie geeignete Bildungs- und Förderangebote. Bewährte Einrichtungen und Programme, die Aussiedler und Spätaussiedler auf ihrem Bildungsweg und beim Einstieg in das Berufsleben unterstützen, wollen wir erhalten und weiterentwickeln.

Ein besonderes Anliegen ist uns die Rentengerechtigkeit. Das Fremdrentenrecht sollte ursprünglich gewährleisten, dass Aussiedler für ihre im Herkunftsgebiet zurückgelegten Arbeits- und Versicherungszeiten nicht so behandelt werden, als hätten sie einen wesentlichen Teil ihres Erwerbslebens nicht gearbeitet. Durch gesetzliche Änderungen in den 1990er Jahren wurden die nach dem Fremdrentengesetz berücksichtigten Entgeltpunkte jedoch erheblich gekürzt und für später Zugezogene zusätzlich begrenzt. Diese Einschnitte treffen heute viele Aussiedler und Spätaussiedler im Rentenalter. Die UdVA setzt sich deshalb für Korrekturen im Fremdrentenrecht und eine angemessene Anerkennung ihrer Lebensleistung ein.

Zugleich treten wir dafür ein, dass Deutschland seiner besonderen Verantwortung gegenüber den noch in den Herkunftsgebieten lebenden Deutschen gerecht wird. Die Möglichkeit zur Aufnahme als Spätaussiedler muss erhalten bleiben. Das Bundesvertriebenengesetz muss dabei den tatsächlichen Kriegsfolgenschicksalen Rechnung tragen und darf Familien nicht durch vermeidbare rechtliche Hürden auseinanderreißen.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat gezeigt, dass solche Kriegsfolgenschicksale bis in die Gegenwart hineinwirken können. Deutsche Volkszugehörige sind unmittelbar vom Krieg betroffen; zugleich haben sich auch für Deutsche in der Russischen Föderation und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion die Lebensbedingungen verändert. Die UdVA setzt sich deshalb dafür ein, das Aufnahmeverfahren dort, wo die geltenden Regelungen zu unbilligen Ergebnissen führen, pragmatisch und familiengerecht weiterzuentwickeln.
Seit 1950 sind knapp 4,5 Millionen Aussiedler, Spätaussiedler und ihre Familienangehörigen nach Deutschland gekommen. Ihre erfolgreiche Eingliederung gehört zu den großen Integrationsleistungen der Bundesrepublik. Dennoch sind ihre Geschichte, ihre Erfahrungen und auch fortbestehende Probleme in der öffentlichen Wahrnehmung häufig wenig präsent.

Das wollen wir ändern. Die Geschichte der Deutschen in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa und in der ehemaligen Sowjetunion, ihre Kriegsfolgenschicksale sowie Aussiedlung und Spätaussiedlung gehören zur deutschen Zeit- und Migrationsgeschichte. Sie müssen deshalb auch in Schule und politischer Bildung angemessen vermittelt werden. Ebenso müssen die besonderen Erfahrungen von Aussiedlern und Spätaussiedlern in der Integrationspolitik berücksichtigt werden.

Die UdVA will dazu beitragen, dass Aussiedler und Spätaussiedler mit ihrer Geschichte, ihrer Lebensleistung und ihren Anliegen selbstverständlicher Teil der politischen und gesellschaftlichen Wahrnehmung in Deutschland sind.