Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten weiterhin Millionen Deutsche und Deutschstämmige in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa sowie in der Sowjetunion. Viele von ihnen waren wegen ihrer deutschen Herkunft Entrechtung, Enteignung, Diskriminierung oder Einschränkungen ihrer kulturellen und sprachlichen Entfaltung ausgesetzt.
Besonders schwer traf es die Deutschen in der Sowjetunion. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg waren sie zunehmenden Repressionen ausgesetzt. Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion wurden ab 1941 Hunderttausende allein aufgrund ihrer deutschen Herkunft deportiert. Mehr als 350.000 Männer und Frauen wurden zur Zwangsarbeit in der sogenannten „Arbeitsarmee“ herangezogen. Deportation, Zwangsarbeit und jahrzehntelange Benachteiligungen zerstörten gewachsene Siedlungsstrukturen und hinterließen Folgen, die Familien über Generationen geprägt haben.
Die Bundesrepublik Deutschland hat diese besonderen Kriegsfolgenschicksale anerkannt. Das Bundesvertriebenengesetz schuf deshalb die Möglichkeit, Deutsche und deutsche Volkszugehörige aus den Aussiedlungsgebieten in Deutschland aufzunehmen. Bis Anfang der 1990er Jahre kamen auf dieser Grundlage insbesondere Aussiedler aus Polen, Rumänien und der Sowjetunion. Seit 1993 erfolgt die Aufnahme grundsätzlich als Spätaussiedler nach den besonderen Voraussetzungen des Bundesvertriebenengesetzes.
Die UdVA tritt dafür ein, dieses Aufnahmeversprechen als Teil der deutschen Kriegsfolgenpolitik zu erhalten. Das Bundesvertriebenengesetz muss dabei den historischen Erfahrungen und den tatsächlichen Lebensverhältnissen der Betroffenen gerecht werden. Aufnahmeverfahren sollen fair, nachvollziehbar und familiengerecht ausgestaltet sein. Auch die Folgen jahrzehntelanger Unterdrückung deutscher Sprache und Kultur müssen angemessen berücksichtigt werden.
Unser Einsatz endet nicht mit der Aufnahme in Deutschland. Wir wollen gute Voraussetzungen für die gesellschaftliche, berufliche und kulturelle Eingliederung von Aussiedlern und Spätaussiedlern schaffen. Dazu gehören die Anerkennung von Bildungs- und Berufsabschlüssen ebenso wie eine angemessene Berücksichtigung ihrer Erwerbsbiografien in der Alterssicherung.
Zugleich wollen wir die Geschichte, die Erfahrungen und die Leistungen der Aussiedler und Spätaussiedler stärker sichtbar machen. Millionen von ihnen haben in Deutschland eine neue Heimat gefunden und unser Land mit aufgebaut und geprägt. Ihre Erfahrungen und ihre Perspektiven gehören selbstverständlich in die Mitte unserer Gesellschaft und unserer politischen Arbeit.

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