Primas: „Geschichte zeigt immer wieder: Freiheit und Demokratie lassen sich nicht einmauern“

12.08.2026

UdVA erinnert zum 65. Jahrestag an den Bau der Berliner Mauer

Zum 65. Jahrestag des Beginns des Mauerbaus in Berlin erklärt der Bundesvorsitzende der Union der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU und CSU (UdVA), Egon Primas:

Spätestens mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 offenbarte das SED-Regime den fundamentalen Widerspruch zwischen seinem eigenen Anspruch und der Wirklichkeit: Ein Staat, der sich demokratisch nannte, seine Bürger aber nur mit Stacheldraht, Beton, Todesstreifen und Schießbefehl im Land halten konnte, hatte jeden Anspruch auf diese Bezeichnung verwirkt.

Mindestens 140 Menschen kamen an der Berliner Mauer ums Leben oder starben im unmittelbaren Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime. Hinter dieser Zahl stehen einzelne Schicksale: Menschen, die ihr Leben riskierten, weil sie frei leben wollten, Familien, die auseinandergerissen wurden, und Angehörige, die zurückblieben. Ihrer zu gedenken und das Unrecht der SED-Diktatur weiter aufzuarbeiten, bleibt unsere Verpflichtung.

Die Berliner Mauer machte weithin sichtbar, wofür der Eiserne Vorhang in ganz Europa stand: für die Teilung unseres Kontinents in Ost und West, für gegensätzliche politische Systeme und für die Unfreiheit von Millionen Menschen. Insofern war sie weit mehr als ein Symbol der deutschen Teilung. Was sich quer durch Europa in bewachten Grenzen, Stacheldraht und Sperranlagen manifestierte, war in Berlin, mitten in einer europäischen Metropole, buchstäblich in Beton gegossen.

Doch die Geschichte zeigt immer wieder: Freiheit und Demokratie lassen sich nicht einmauern. Es waren die Menschen selbst, die 1989 mit ihrem Mut und ihrem friedlichen Protest die kommunistische Diktatur ins Wanken brachten und schließlich auch die Mauer überwanden.

Diese Erfahrung bleibt aktuell. Staaten haben Grenzen, und diese Grenzen können und müssen geschützt werden. Was Europa aber niemals wieder braucht, sind Mauern, die aus Ideologie errichtet werden – Mauern, die Menschen voneinander trennen, Freiheit unterdrücken und Völker gegeneinanderstellen.

Der 13. August mahnt uns deshalb auch 65 Jahre nach dem Mauerbau: Freiheit, Demokratie und Menschenwürde sind keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen bewahrt und verteidigt und von jeder Generation aufs Neue mit Leben erfüllt werden.