Zum Beschluss des Präsidiums der CDU Deutschlands vom 12. Oktober 2026 informiert der Bundesvorsitzende der Union der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU und CSU (UdVA), Egon Primas:
Wahlergebnisse, Umfragewerte und die politische Debatte zeigen deutlich, dass die Menschen von der Union sichtbare Veränderungen und entschlossenes Handeln erwarten. Der Präsidiumsbeschluss unter der Handlungsmaxime „Was jetzt passieren muss“ ist daher auch seitens der UdVA ausdrücklich zu begrüßen. Darin werden klare Maßstäbe für eine Politik benannt, die den Menschen Sicherheit gibt, Leistung anerkennt und Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben eröffnet. Aus den Erfahrungen der deutschen Heimatvertriebenen und Flüchtlinge sowie der Aussiedler und Spätaussiedler wissen wir, wie wichtig gerade diese Voraussetzungen für die Beheimatung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind.
Wer Heimat verloren hat, weiß um ihren Wert. Für die Heimatvertriebenen und ihre Nachkommen ist es deshalb ein besonderes Anliegen, Deutschland als lebenswerte Heimat zu erhalten und für kommende Generationen zu gestalten. Dazu gehören Freiheit und Sicherheit ebenso wie ein handlungsfähiger Staat, der seiner Verantwortung gegenüber seinem Volk gerecht wird. Das im Beschluss ausdrücklich formulierte Ziel, auch unseren Kindern eine Heimat zu geben, auf die sie stolz sein können, unterstützen wir aus dieser Erfahrung heraus mit voller Überzeugung.
Die Eingliederung der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge sowie der Aussiedler und Spätaussiedler zeigt zugleich, dass Beheimatung maßgeblich durch eigenes Handeln gelingt. Menschen haben sich mit großer Anstrengung eine neue Existenz aufgebaut, Chancen erarbeitet und Verantwortung für sich, ihre Familien und unser Gemeinwesen übernommen. Diese Erfahrungen bringen wir in die heutige Integrationsdebatte ein. Wer in Deutschland heimisch werden will, muss bereit sein, Deutsch zu lernen, unsere Werte und Regeln anzuerkennen und seinen Beitrag zu leisten. Der Staat wiederum muss geeignete Integrationsinstrumente bereitstellen, ihre Nutzung verbindlich einfordern und ihre Wirksamkeit überprüfen. Fördern und Fordern gehören seit jeher zusammen.
Zu den wirksamen Angeboten zählen aus unserer Sicht Orientierungs- und Beratungsangebote sowie Sprachkurse, die Anerkennung mitgebrachter Berufs- und Bildungsabschlüsse und passende Möglichkeiten zur Nachqualifizierung und zum erstmaligen Erwerb eines beruflichen Abschlusses. So wird das Aufstiegsversprechen durch Bildung und Integration konkret.
Auch unser Einsatz für Rentengerechtigkeit folgt aus einem klaren Verständnis von Verantwortung. Deutschland hat Aussiedler und Spätaussiedler aufgrund ihres besonderen Kriegsfolgenschicksals aufgenommen. Diese Verantwortung umfasst auch die Voraussetzungen für ein Leben in Würde im Alter. Viele haben sowohl in ihren Herkunftsgebieten als auch nach ihrer Aufnahme in Deutschland über Jahrzehnte gearbeitet. Ihre Kinder und Enkel tragen heute mit ihren Beiträgen zur Stabilität unserer umlagefinanzierten Sozialsysteme bei. Auch vor diesem Hintergrund gilt es, die Lebensleistung der älteren Generation gerecht anzuerkennen und die rentenrechtlichen Benachteiligungen von Aussiedlern und Spätaussiedlern abzuschaffen. Den im Präsidiumsbeschluss bekräftigten Maßstab einer Sozialpolitik, die Leistung honoriert und vor sozialem Abstieg schützt, unterstützen wir vor diesem Hintergrund ausdrücklich.
Die UdVA wird diese Erfahrungen und Anliegen weiter in die politische Arbeit der Union einbringen. Jetzt kommt es darauf an, aus den richtigen Maßstäben sichtbare Politik zu gestalten.

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