Im Mittelpunkt standen aktuelle politische Entwicklungen, die Lage der Spätaussiedler, die Förderung der deutschen Minderheiten sowie die Weiterentwicklung der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Grundlage der Beratungen waren unter anderem der Bericht des UdVA-Bundesvorsitzenden Egon Primas sowie der Bericht des Bundesbeauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius.
Positiv gewürdigt wurden die Gedenkveranstaltung am 20. Juni sowie die klare politische Einordnung des Gedenktages durch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt MdB. Auch die Wallfahrt auf den Annaberg und das dortige Jugendfestival der deutschen Minderheit wurden als wichtige Zeichen gelebter Verbundenheit und europäischer Brückenarbeit hervorgehoben.
Dr. Bernd Fabritius berichtete über die weiterhin schwierige Lage im Bereich der Spätaussiedleraufnahme. Besondere Sorge bereiten der deutliche Rückgang der Antrags- und Registrierungszahlen, die restriktive Verwaltungspraxis, die ungelöste Stichtagsfrage für nach 1993 Geborene sowie die Situation heimatnah geflüchteter Deutscher aus der Ukraine. Breiten Raum nahm zudem die nach wie vor bestehende Fremdrentenproblematik ein. Die UdVA sieht hier weiterhin erheblichen politischen Handlungsbedarf, insbesondere mit Blick auf Altersarmut, die Gleichbewertung von Kindererziehungszeiten und die Begrenzungen bei den Entgeltpunkten.
Deutliche Kritik wurde an der drohenden Streichung der Förderung für den Garantiefonds Hochschule und die Otto-Benecke-Stiftung geübt. Aus Sicht der UdVA wären Einschnitte in diesem Bereich ein schwerer Rückschlag für Bildungsberatung, Integration und Aufstiegschancen von Spätaussiedlern und Zugewanderten. Der Bundesvorstand sprach sich dafür aus, das Anliegen geeignet zur Sprache zu bringen.
Aus den Landesverbänden wurde über unterschiedliche Entwicklungen berichtet. Besonders erfreulich waren die kommunalpolitischen Erfolge russlanddeutscher Kandidatinnen und Kandidaten in Hessen. Zugleich wurde deutlich, dass die organisatorische und politische Sichtbarkeit der UdVA in den Ländern weiter gestärkt werden soll.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Vorstellung des neuen Direktors der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Dr. Roland Borchers. Er machte deutlich, dass er die Stiftung stärker auf ihr Kernthema – Flucht und Vertreibung der Deutschen – ausrichten und zugleich die öffentliche Sichtbarkeit des Dokumentationszentrums erhöhen will. Dabei wurde auch die Bedeutung eines empathischen Zugangs hervorgehoben: Die Geschichte von Flucht, Vertreibung und Deportation muss historisch fundiert, aber zugleich für Besucherinnen und Besucher menschlich nachvollziehbar vermittelt werden. Angedacht sei keine grundlegende Neukonzeption, sondern gezielte Verbesserungen der Dauerausstellung, etwa bei Besucherführung, Einführung, Zeitzeugenbezug und visueller Ansprache. Die UdVA begrüßte diesen pragmatischen Ansatz. Im Anschluss an die Sitzung nutzten die Mitglieder des Bundesvorstands die Gelegenheit zu einer Führung durch die Ausstellung.
Insgesamt machte die Sitzung deutlich: Die UdVA wird die Anliegen der Heimatvertriebenen, Aussiedler, Spätaussiedler und deutschen Minderheiten weiterhin mit Nachdruck in Partei, Fraktion und Bundesregierung einbringen. Schwerpunkte bleiben die gerechte Ausgestaltung der sozialen Bedingungen, in der Tradition des Kriegsfolgenschicksals stehende Aufnahmeregeln für Spätaussiedler, die verlässliche Förderung der deutschen Minderheiten sowie eine gleichermaßen sichtbare wie empathische Erinnerung an Flucht, Vertreibung und Deportation.



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